ASF BRANDENBURG
Stark für Brandenburg.

Verleihung des Pauline Staegemann-Preises am 18.3.2013 im Regine-Hildebrandt-Haus in Potsdam


Wegbereiterinnen der Sozialdemokratie
mit Prof. Dr. Jutta Limbach und Preisträgerin Dr. Gisela Notz

Die SPD besteht im Jahr 2013 150 Jahre. Die SPD-Frauen in Brandenburg blicken in der Veranstaltung auf die Gründerin der ersten sozialdemokratischen
Frauenorganisation durch Pauline Staegemann und diskutieren die Bedeutung von Frauen in der Politik.

Ablauf der Veranstaltung:
18.00 Uhr Begrüßung durch Prof. Dr. Christine Färber, Landesvorsitzende der ASF Brandenburg
18.10 Uhr Fokus Frauen. Die Historikerin und Frauenpolitikerin Gisela Notz
Prof. Dr. Jutta Limbach
18.40 Uhr Wegbereiterinnen. Die Anfänge der sozialdemokratischen
Frauenbewegung
Dr. Gisela Notz
19.10 Uhr Diskussion
19.30 Uhr Empfang
21.00 Uhr Ende der Veranstaltung
Musikalische Begleitung

Lebenslauf von Gisela Notz:

Gisela Notz wurde 1942 in Schweinfurt am Main geboren. Sie absolvierte ein Studium der Industriesoziologie, Arbeitspsychologie und Erwachsenenbildung in Berlin und promovierte zur Dr. phil. an der TU-Berlin.

1979 bis 2007 war sie Wissenschaftliche Referentin im For-schungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn. Dort war sie zunächst in der Abteilung Arbeitskräfteforschung und später in der Arbeits- und Sozialforschung tätig, ab 1996 im His-torischen Forschungszentrum, Abteilung Sozial- und Zeitgeschichte.

Von 1985 bis 1997 war sie (Mit)herausgeberin der Zeitschrift "beiträge zur feministischen theorie und praxis", seit 2007 ist sie Redakteurin von LunaPark21.

Seit 1978 war sie als Lehrbeauftragte an den Uni-versitäten TU Berlin, Hannover, Marburg, Essen und an der FH Jena tätig. Im Wintersemester 1994/95 und im Sommersemester 1995 vertrat sie eine Professur in Soziologie an der Uni-versität GH Essen. Im Sommersemester 2000 war sie Dozentin an der Internationalen Frau-enuniversität in Hannover.

Gisela Notz hat zahlreiche Forschungsprojekte geleitet und bearbeitet: zur Humanisierung des Arbeitslebens, zur ehrenamtlichen Arbeit, zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, zur sozialen Kompetenz, zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, zur Struktur- und Regionalpoli-tik und zur historischen Frauenforschung. Sie war sechs Jahre Vorsitzende des Bundesver-bands von pro familia (Deutsche Gesellschaft für Familienplanung, Sexualpädagogik und Se-xualberatung e.V.).

Gisela Notz lebt seit 2007 wieder in Berlin. Die ASF Brandenburg ehrt sie wegen ihres außer-gewöhnlichen Engagements in der historischen Frauenforschung, vor allem wegen ihrer Forschung zu Pauline Staegemann, der Gründerin der 1. Sozialdemokratischen Frauenorganisation.

Damit hat Gisela Notz entscheidend dazu beigetragen, dass die Frauen in der SPD Brandenburg sich an ein historisches Vorbild erinnern können. So wie die Namensgeberin des Preises hat Gisela Notz sich mit ihrem Engagement für die Emanzipation der Frauen, eine selbstbestimmte Sexualität von Frauen und das Recht auf Abtreibung Anfeindungen ausgesetzt, sie streitet so kompetent wie bestimmt für die Sache der Frauen.

Preisträgerin Dr. Gisela Notz - Einige wichtige Veröffentlichungen:
„Freiwilligendienste“ für alle (2012)
Feminismus (2011)
Theorien alternativen Wirtschaftens (2010)
Mehr als bunte Tupfen im Bonner Männerclub. Sozialde-mokratinnen im Deutschen Bundestag 1957 – 1969 (2007)
Frauen in der Mannschaft. Sozialdemokratinnen im Parla-mentarischen Rat und im Deutschen Bundestag 1948/49-1957 (2003)
Familien. Lebensformen zwischen Tradition und Utopie (2003)

Pauline Staegemann-Preis für das Lebenswerk

Preisträgerin Marion Lührig, geboren 1947

Die SPD-Frauen von Brandenburg ehren am 5.3.2013, Marion Lührig für ihr Lebenswerk als Chronistin und Motor der Frauenpolitik in Brandenburg und in der Bundesrepublik Deutschland. Vor allem ehren die Sozialdemokratinnen Frau Lührig wegen ihres ehrenamtlichen Engagements im Zweiwochendienst Frauen. Gesellschaft und Politik“.
„Marion Lührig hat für die institutionalisierte Frauenpolitik eine Öffentlichkeit geschaffen. Mit ihrer ehrenamtlichen, engagierten Arbeit im Zweiwochendienst hat Marion Lührig die Frauenpolitik, insbesondere der SPD-Frauenpolitik, maßgeblich geprägt. Sie trägt damit wesentlich dazu bei, dass die Themen der Frauen politisch immer auf der Agenda bleiben. Sie macht Themen und Akteurinnen der Frauenpolitik sichtbar, und hält damit die frauenpolitische Agenda anspruchsvoll und vielfältig,“ so würdigte die Landesvorsitzende der SPD-Frauen in Brandenburg, Prof. Dr. Christine Färber.

Marion Lührig ist seit der Gründung des Zweiwochendienstes FRAUEN UND POLITIK im Jahr 1986 ehrenamtliche Herausgeberin des Magazins, dessen Titel heute: „Frauen. Gesellschaft und Politik“ ist. Der zwd FRAUEN UND POLITIK stellt für alle aktiven Frauenpolitikerinnen emanzipativer Parteien in Deutschland die zentrale Informationsquelle dar.

Marion Lührig ist auch die Chronistin der Frauenpolitik im Land Brandenburg von 1991-2001.
Von 1991-2012 war sie als Referatsleiterin im Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Familie tätig. Sie baute unter Ministerin Regine Hildebrandt die Frauenabteilung mit auf, war zuständig für Frauen in Wissenschaft, Kultur und Medien. Sie war dort verantwortlich für die Zeitschrift „betrifft: Frauen“. In den 19 Heften, die sie in dieser Zeit verantwortlich zusammengestellt hat, wird deutlich, wie lebendig die Frauenpolitik unter Regine Hildebrandt in Brandenburg war.
Die Landesgleichstellungsbeauftragte Sabine Hübner bewertet diese Leistung sehr hoch: „Die Frauenpolitik in Brandenburg in den 90ern war ein schnelllebiges Geschäft. Da gab es wenig Gelegenheit zum Luftholen, nicht immer war genug Zeit, um das politische Handeln gründlich zu reflektieren, geschweige denn in schriftlicher Form festzuhalten. Viele der damaligen Erfahrungen sind nur noch in den Köpfen der damaligen Akteurinnen präsent. Daher ist die Chronik, die Marion Lührig mit 19 heften „betrifft: Frauen“ in den Jahren 1991-2001 erstellt hat, ein großer Schatz. Alle wichtigen Ereignisse sind darin dokumentiert, zum Beispiel
-    Die erste Gleichstellungs- und Frauenministerinnenkonferenz 1991 in Potsdam
-    Die Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs 1992
-    Die Verabschiedung des Landesgleichstellungsgesetzes 1994
Viele wichtige Themen, die uns nach wie vor beschäftigen, werden behandelt, z.B. die Arbeit der kommunalen gleichstellungsbeauftragten, Gewaltschutz, Gender Mainstreaming, Alterssicherung von Frauen, der nach Geschlecht gespaltene Ausbildungsmarkt.“

Die Ministerialrätin war zuletzt zuständig für die Verankerung von Gender Mainstreaming in allen fachpolitischen Bereichen der brandenburgischen Landesverwaltung.

Inge Wettig-Danielmeier, die als Bundesvorsitzende der sozialdemokratischen Frauen in den 1980er Jahren die Quote in der SPD durchsetzte, hebt hervor, dass es ohne Marion Lührig den Zweiwochendienst Frauen und Politik nie gegeben hätte: „„Seit 1986 begleitet Marion Lührig die Frauenpolitik publizistisch. Durch ihre beharrliche Arbeit und ihr hohes Engagement im ZWD haben wir Frauen viel erreicht!“

Marion Lührig engagierte sich auch über den ZWD hinaus ehrenamtlich, vor allem in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und in der SPD, dort in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Ziel ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit ist vor allem die Förderung von Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit sowie die Einhaltung von Menschenrechten.

Der Preis wird von der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Brandenburg seit dem Jahr 2004 vergeben. Preisträgerinnen waren bisher Gesine Schwan, Christine Bergmann und Gründerinnen der Sozialdemokratie in Brandenburg wie Dagmar Ziegler und Eva Kunz.


Preisträgerin Marion Lührig:
Geboren 1947

Marion Lührig ist seit der Gründung des Zweiwochendienstes FRAUEN UND POLITIK im Jahr 1986 ehrenamtliche Herausgeberin des Magazins, dessen Titel heute: „Frauen. Gesellschaft und Politik“ ist.
Der zwd FRAUEN UND POLITIK stellt für alle aktiven Frauenpolitikerinnen emanzipativer Parteien in Deutschland die zentrale Informationsquelle dar.

Marion Lührig hat damit die Frauenpolitik, insbesondere der SPD-Frauenpolitik, maßgeblich geprägt, indem sie Themen und Akteurinnen sichtbar macht und die Agenda vielfältig hält und immer im Blick hat.