ASF BRANDENBURG
Stark für Brandenburg.

One Billion Rising

Neues aus dem Europäischen Parlament - Entschließung für die Rechtsstellung der Frau und One Billion Rising

Weltweit wurden ein Drittel aller Frauen während ihres Lebens bereits geschlagen oder gegen ihren Willen zum sexuellen Kontakt gezwungen. Eine Milliarde Frauen wurden somit Opfer einer geschlechterbezogenen Gewalttat.

Wenn ich solche Zeilen lese, dann werde ich wütend. Richtig wütend, weil Gewalt an Frauen die schlimmste Form der Diskriminierung von Frauen ist. Weil Gewalt an Frauen die Gleichstellung der Geschlechter auf die denkbar brutalste Weise verhindert.

Gewalt an Frauen hat viele Namen: Sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, häusliche Gewalt, sexuelle Nötigung und Belästigung, Prostitution, Frauen- und Mädchenhandel, Verletzung der sexuellen Rechte und der Fortpflanzungsrechte, Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz, Gewalt gegen Frauen in Konfliktsituationen, Gewalt gegen Frauen in Gefängnissen oder Betreuungseinrichtungen, Gewalt gegen Lesben, willkürliche Freiheitsberaubung oder verschiedene gefährliche traditionelle Praktiken wie Genitalverstümmelung, sogenannte Ehrenverbrechen oder Zwangsehen. Die Täter dagegen bleiben noch viel zu häufig namen- und gesichtslos, weil unsere Gesellschaft wegsieht und weil sie Gewalt an Frauen toleriert.

Resolution des Europäischen Parlaments

Vom 4. bis 15. März findet die 57. Tagung der VN‑Kommission zur Rechtsstellung der Frau statt, bei der ich auf geeignete Beschlüsse hoffe, die weltweit dazu beitragen, Gewalt an Frauen wirksam einzudämmen. Das Europäische Parlament macht entsprechend Druck und hat im Vorfeld der Tagung in seiner Resolution vom 6. Februar eindeutig und mit überwältigender Mehrheit Position für die Beseitigung und Verhütung aller Arten von Gewalt gegen Frauen und Mädchen bezogen. Wir bekräftigten dabei unser Bekenntnis zur Aktionsplattform von Peking und fordern insbesondere:

- Eine globale Kampagne zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen und geschlechtsbezogener Gewalt;

- Den Europäischen Auswärtigen Dienst auf, die Umsetzung der Leitlinien der EU betreffend Gewalt gegen Frauen bei allen Maßnahmen, Projekten und Vereinbarungen zu intensivieren.

- Soziokulturelle Haltungen zu bekämpfen, die die untergeordnete Bedeutung der Frau in der Gesellschaft bestärken.

Dabei ist Gewalt an Frauen beileibe kein Phänomen ferner Entwicklungsländer. Innerhalb der Europäischen Union etwa bedarf es ganz erheblicher innenpolitischer Anstrengungen der Europäischen Institutionen und der Mitgliedsstaaten zum Bann geschlechterbezogener Gewalt. In der Resolution verlangen wir deshalb auch,

- von der Europäischen Kommission: Eine EU‑Strategie gegen Gewalt an Frauen und eine

Richtlinie mit entsprechenden Mindestnormen;

- von den einzelnen Mitgliedstaaten: Die Ratifizierung der Konvention des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt sowie die Erhöhung von bereitgestellten Finanzmitteln zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Den Text der Entschließung findet ihr unter:

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=MOTION&reference=B7-2013-0049&language=DE

 One Billion Rising

Wie oben erwähnt, wurden eine Milliarde Frauen in ihrem Leben bereits Opfer geschlechterbezogener Gewalt. Um eben jene Milliarde (engl.: one billion) Frauen geht es am 14. Februar auch bei "One Billion Rising." (www.onebillionrising.de). Ein Projekt, auf das ich an dieser Stelle ausdrücklich aufmerksam machen will.

Am 14. Februar sind wir nämlich eingeladen unsere Arbeit ruhen zu lassen, zu streiken  - und zu tanzen, um uns in der Welt Gehör zu verschaffen. Für die Überwindung von Gewalt an Frauen.